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Ich verstecke mich nicht

Lesedauer 4 Minuten

Ich sass nicht bei falschen Menschen, und bei Heuchlern trat ich nicht ein. Ps 26:4

In meinem letzten Eintrag kam ich zum Schluss, dass ich ohne Scham sagen kann, dass ich ein tadelloses Leben lebe. Und ich hoffe, das kannst Du auch. Ich sprach von Adam und Eva, die sich vor Gott versteckten. Sie versteckten sich aus Scham und Angst, und das brachte Trennung. Die Art Trennung, die wir heute noch erfahren.

Der Mensch hat sich nicht verändert. Oh ja, wir leben unsere Leben viel schneller. Wahrscheinlich um nicht zu viel nachzudenken, nach dem Sinn des Ganzen zu suchen. Äusserlich leben wir komfortabler. Wir brauchten die Kreativität, die Gott uns gegeben hat und erfanden Dinge wie Waschmaschinen, Flugzeuge, Computer so gross wie unsere Hand – nur um unser Leben zu vereinfachen. Das ist auch ein Bild dafür, dass Gott seine Gaben nicht zurücknimmt. Er bereut es nicht, sie uns gegeben zu haben. Kreativität ist Teil unseres Wesens, da wir im Ebenbild Gottes geschaffen wurden.

Aber im Innersten haben wir uns seit dem Fall nicht verändert. Wenn wir uns einen Blödsinn leisten, laufen wir. Wir rennen vor den Menschen davon, die wir lieben. Wir fliehen uns in Arbeit. Wir finden Argumente, warum es nichts ausmacht. Und wir sagen einfach, dass Gott gar nicht existiert. Da geben wir uns besonders Mühe. In der Hoffnung, unser Gewissen zu erleichtern, bauen wir wissenschaftliche Gebäude, um ihn abzuschaffen. Und dann kommt er. Er kommt für einen Spaziergang in der Kühle des Abends. Und wir verstecken uns.

Gut für diejenigen, die sich aus ihren Verstecken wagen, um wieder hergestellt zu werden. Gott hat einen Plan, einen wunderbaren Plan der Wiederherstellung. Und er liegt vor uns und wartet darauf, ergriffen zu werden. Bezeuge, dass Jesus der Sohn Gottes ist, dass er für Dich, ja sogar als Dich starb, damit Du frei von Sünde werden und eine Beziehung mit Gott und Jesus eingehen kannst. Ja, er lebt. Keine Scham mehr, keine Angst, wenn er am Abend zu Dir kommt. Ja, eigentlich nie mehr.

Was ich letztens noch nicht sah, ist, wie sehr das Hebräische genau diese Aussage unterstützt. Vers 4 kann – etwas wörtlicher – so übersetzt werden:

Ich sitze nicht mit leeren, oberflächlichen, zerstörten Menschen, versammle mich nicht mit denen, die sich verstecken. Ps 26:4

Der nächste Vers nimmt den Gedanken wieder auf – ein Stilmittel des Hebräischen, um einen Punkt zu betonen – und spricht von verwöhnten und moralisch schlechten Leuten.

Meine paraphrasierte Version der zwei Verse lautet so:

Es gibt diejenigen, die leer und oberflächlich sind, ein bedeutungsloses Leben leben, ja sie verstecken sich vor Gott, denn sie haben ihr Leben ruiniert durch moralisch fragwürdigen Wandel. Ich lass mich nicht mit ihnen ein, ganz gleich, wo sie in dem Prozess gerade sind.

David zeigt uns, was er an Stelle dessen tut:

Ich weiss, ich bin tadellos. Ich bleibe an Deinem Altar, dem Ort der Wiederherstellung durch Dein Werk, und untersuche ihn, ja erfahre ihn von allen Seiten. Ich nenne Dich Herr, damit klar ist, dass Du Herr in meinem Leben bist. Ich spreche mit Dir, um Dich näher kennen zu lernen. Ich danke Dir und erinnere mich, ja proklamiere das Gute, das Du für mich getan hast. Herr, ich liebe Dein Haus, in dem Du lebst, Deine Gemeinde, meine Brüder, die Deine Herrlichkeit tragen. und nicht nur Deine Herrlichkeit, sondern Du selbst lebst in ihnen.

Lies die Verse 6-8 von Psalm 26. Ist es nicht genau das, was David sagt?

Er bittet Gott dann, ihn nicht mit all jenen zu zerstören, mit denen er ja nichts zu tun hat. Erinnere Dich daran: David lebte im Alten Testament. Er wusste, dass er die Regeln verletzt hatte und ihnen nie gerecht werden konnte – den Standards des alten Bundes. Aber nach diesem kurzen Moment des Zweifels fährt er fort:

Aber ich habe ein tadelloses Leben geführt!

Er erinnerte sich selbst an diese Wahrheit und sprach sie über sich aus. Zuerst scheint der Zweifel überhand zu nehmen: rette mich, sei mir gnädig. Doch dann verändert er sein Denken: Ich bin auf festem Grund, ich stehe auf dem Fels. Es gibt keinen Grund für Angst. Also lasst uns anbeten!

Dies können wir tun, um unser Denken zu verändern:

  • Versteck Dich nicht mit denen, die vor Gott davon rennen.
  • Erinnere Dich an das vollendete Werk Jesu am Kreuz, dem Altar des neuen Bundes.
  • Hab Gemeinschaft, rede mit Gott, lerne ihn intim kennen.
  • Tu seinen Willen.
  • Gib Dank und erinnere Dich an das Gute, das er getan hat.
  • Sprich mit anderen darüber. Auch das stärkt Deinen Glauben.
  • Geh zur Gemeinde. Liebe es. Liebe die Brüder. Sieh Jesus in ihnen.

Und wenn Du zweifelst, erinnere Dich an diese wundervolle Wahrheit: Ich bin tadellos durch Jesus Christus.

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Kommentare

0 Antworten zu „Ich verstecke mich nicht“

  1. Avatar von Marianne
    Marianne

    Bemerkungen? Ja, ein paar.
    Ich habe Psalm 26 in meiner Elberfelder Bibel gelesen. Die Gedanken, die mir dazu kamen: David ist hier in einer bestimmten Situation, die wir nicht kennen. Es ist eine bedrängte Situation. „Hilf mir zum Recht, Herr!“ beginnt der erste Vers. Und an diesen Ruf fügt sich sofort die Aussage seiner Lauterkeit, seines Vertrauens und des nicht Wankens an. Trotzdem erlaubt er Gott in Vers 2, ihn zu erproben, zu prüfen und zu läutern. Daraus schliesse ich, dass sich David sehr wohl bewusst ist, dass er als Mensch nicht alle seine Taten und seine Haltungen übersieht. Darum darf Gott ihm mögliches Fehlverhalten oder falsche Gesinnung aufzeigen. In Vers 3 spricht David von Gottes Gnade und Wahrheit, die ihn bestimmen. Das lässt mich an Joh.1/17denken: Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben, die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden.“ In ihm ist beides gleichzeitig da. Jesus hier verborgen in Davids Leben da?
    In Vers 4 und 5 sagt David, welche Leute er meidet: Trügerische, Hinterlistige, Übeltäter, Gottlose. Er hat Menschenkenntnis gesammelt. Vers 6-8 drücken wieder die Hinwendung zu Gott aus, seine Liebe und sein Vertrauen zu ihm. Darauf folgen Vers 9 u.10 wie die zweite Klammer zum Hilferuf am Beginn : 9 „Raffe meine Seele nicht weg mit den Sündern, noch mein Leben mit Blutmenschen,10 an deren Händen Schandtat und deren Rechte voll Bestechung ist!“ In diesem Aufruf sehe ich die konkrete Bedrängung, der sich David gegenüber sah. Tatsächlich gab es in seinem Leben genügend solche Leute, die ihm nachstellten. In dieser Lage war es für David umso wichtiger, zu wissen, dass er vor Gott lauter war.
    Denn David kannte Gott auch in Situationen, in denen er als König schuldig geworden war. Er wusste, dass er trotz Bekenntnis und Vergebung, gewisse Folgen zu tragen hatte. Hier aber in Psalm 26 wird er sich sicher, dass nichts an ihm haftet, das vor Gott ein Gräuel wäre. In Vers 11 bittet er darum: „Erlöse mich und sei mir gnädig!“ Ich glaube, dass er aus dieser gefahrvollen Lage erlöst werden wollte und dies konnte nur durch Gottes gnädiges Eingreifen geschehen. In Vers 12 ist er sich seines festen Standes gewiss und sieht sich – gerettet-, wieder als Gott Preisender – zusammen in Gemeinschaft mit anderen Gottesfürchtigen.
    Der Psalm 26 ist mir durch deinen Anstoss, Ralph, auch für mein Leben näher gekommen. Ich schätze das.
    Marianne