Zum Boten Gottes bestimmt

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Und er sprach zu mir: Menschensohn, speise deinen Bauch und fülle deinen Leib mit dieser Rolle, die ich dir gebe! Da aß ich, und es war in meinem Mund so süß wie Honig. Hes 3:3

Hesekiel erhielt von Gott den Auftrag, dem Volk Israel Gottes Botschaft zu verkünden. Nichts aussergewöhnliches für einen Propheten. Aber halt: Gott hat ihm die Botschaft nicht einfach mitgeteilt. Er hat sie aufgeschrieben. Und noch mehr. Er liess Hesekiel die Schriftrolle essen. Hesekiel sollte sich die Botschaft einverleiben, er selber sollte zur Botschaft werden. Ja, Gott trug ihm sogar auf, zu schweigen, wenn er nichts zu sagen hätte, aber mit nichts zurückzuhalten, was Gott ihm auftrug.

Das ging so weit, dass Gott ihm klarmachte, dass – sollte er etwas zurückhalten – die Verantwortung auf dem Propheten liegen bleiben würde. Wenn er aber einen Menschen auf seine Fehler oder Entwicklungsmöglichkeiten hinwies, und dieser sich entschied, das Wort Gottes abzulehnen, der Prophet keine schuld tragen würde.

Was gibt mir die Kraft, trotz im Moment noch entmutigenden Statistiken, diesen Blog weiter zu schreiben? Was gibt mir die Kraft, in der Gemeinde weiter zu predigen? Was gibt mir den Mut, Menschen anzusprechen? Wenn ich es nicht tue, haben Leser und Hörer keine Chance, zu reagieren – und ich bin verantwortlich dafür.

Paulus sagt es etwas anders zu Timotheus: Lehre sie zur Zeit und zur Unzeit. Ob es gelegen kommt oder nicht. Ob sie es hören wollen oder nicht.

Ich habe mich erst vor Kurzem dazu entschieden, wieder auf Deutsch zu schreiben. Hesekiel wurde nicht zu einem Volk geschickt mit einer anderen Sprache, dessen Worte für ihn schwierig zu verstehen waren. Er wurde zu seinem eigenen Volk geschickt.

Wie sehr doch Hesekiel zur Botschaft wurde, die ihm aufgetragen war. Die meiste Zeit sprach er nicht, sondern verkörperte die Botschaft: Monate auf einer Seite, Jahre auf der anderen, stellte er den Israeliten die Situation und zukünftigen Geschehnisse vor Augen. Bald war er bekannt als der komische Schausteller auf dem Hauptplatz.

Jesaja sprach Klartext, Jeremia in Rätseln, Hesekiel stellte dar, und Daniel tat Wunder und sah die Weltgeschichte. Wie sehr waren sie doch die Botschaft, die sie empfangen hatten.

Das will ich auch.

Wie steht es mit Dir? Hat Dir Gott eine Botschaft gegeben? Werde diese Botschaft, erforsche sie. Und gib sie weiter.

Was ist Deine Botschaft? Ich bin gespannt auf die Kommentare…

Ich habe ein Buch veröffentlicht!

Die ungefilterten Gedanken eines Pastors im Exil: Werkzeuge für eine erfolgreiche Dekonstruktion des Glaubens ohne ihn aufzugeben.

Die ungefilterten Gedanken eines Pastors im Exil geben dem Leser, der Leserin einen Werkzeugkasten, der es ihm oder ihr erlaubt, einen neuen Blick auf die Bibel und die Gemeinde zu werfen.

Der Autor beginnt jedes Kapitel mit einer Geschichte aus seinem eigenen Leben, seiner eigenen Gemeinde, um nach der detaillierten Darstellung des jeweiligen Werkzeugs ein Fazit zu heutigen Gemeinden und möglichen Entwicklungen zu ziehen.

Die Werkzeuge, die in diesem Buch betrachtet werden, umfassen Spiral Dynamics, die Theorie der positiven Desintegration, Gemeinschaftsbildung, der Umgang mit Zweifeln, und verschiedene Persönlichkeitstests und Merkmale.