zealteam7

Coach ∧ Autor ∧ Bilderstürmer

Elemente des Glaubens

Lesedauer 5 Minuten

Du hast Gefallen an Wahrheit im innersten Herzen, und im Verborg’nen läßt du mich Weisheit erkennen.

Psalmen 51:8

Wir Menschen haben 3 Zentren, die unser Innerstes ausmachen. In unseren Breitengraden nennen wir sie Herz, Kopf und Bauch.

Jeder Mensch zieht eines dieser Zentren vor. Natürlich denken wir nicht mit dem Bauch. Jedenfalls spreche ich hier nicht davon, dass wir uns von Heisshunger leiten lassen.

Was ich meine: gewisse Gefühle spüren wir im Bauch. Andere im Herzen. Und einiges geht im Kopf ab.

Die drei Dinge, von denen ich spreche, können wir in drei Gefühlskategorien veranschaulichen: Wut, Trauer und Angst. Wut spüren wir im Bauch, Trauer im Herzen, und Angst im Kopf.

Je nach unserer Persönlichkeit ist es die eine oder andere Motivation, die uns antreibt. Dabei meine ich nicht, dass wir uns von unseren Gefühlen leiten lassen. Oft ist es aber so, dass wir die Wirkung des Geistes im Bauch lokalisieren und daher diese Gefühle nicht als Gefühle wahrnehmen, sondern als Stimme des Geistes interpretieren. Doch zurück zu unserem Thema.

Genau so glaube ich, dass wir Menschen verschiedene Seiten Gottes repräsentieren, diese zum Gesamtbild des Glaubens beisteuern, aber auch als unseren primären Zugangsweg zu Gott brauchen.

Daher ist es wichtig, dass all diese Eigenschaften in der Gemeinde angesprochen und entsprechend gepflegt werden.

Jedes dieser drei Zentren wird auf drei verschiedene Arten ausgelebt, kommt in drei Geschmackssorten sozusagen.

Der Bauch steht für Frieden, Güte und Schutz. Wie reagieren wir auf Wut? Wir stiften Frieden, lassen Güte walten, und beschützen die Opfer.

Das Herz steht für Versorgung, Effizienz und Kreativität. Wie reagieren wir auf Trauer? Wir stillen Nöte mit geistiger Nahrung, nehmen uns den Problemen mit Effizienz an, und respektieren und fördern jeden in seiner Einzigartigkeit.

Der Kopf steht für Weisheit, Treue und Freude. Wie reagieren wir auf Angst? Wir setzen ihr Wissen entgegen, investieren Vertrauen, und kontern sie mit Freude.

Wenn ich den drei Zentren grosse biblische Themen zuweisen müsste, dann würde ich sagen, dass der Bauch Gerechtigkeit repräsentiert, das Herz Gnade, und der Kopf Weisheit.

Und so sehe ich auch die drei grossen Aufgaben der Gemeinde darin, alle drei Zentren zu bedienen, zu pflegen, zu nähren.

Dies, damit jeder in seine Begabung hineinwachsen kann und so zum Segen wird für andere.

Ich habe vor einiger Zeit die Aufgabe des Menschen damit beschrieben, dass er von Gott empfängt und ihn reflektiert.

Das Bild, das ich dafür verwendet habe, ist der Beamer, dessen Lichtstrahl sich in der Unendlichkeit verliert, wenn es keine Leinwand gibt, die das Licht aufnimmt und reflektiert.

Erst in dieser Reflexion wird dann auch das sichtbar, was im Lichtstrahl transportiert wird.

Gott ist der Beamer, wir die Leinwand. Der Lichtstrahl ist die Offenbarung Gottes, die erst in uns sichtbar wird.

Dabei reflektiert ein jeder hauptsächlich den Teil, für den ihn Gott geformt hat.

Es sind dies die besprochenen Charakteristika in all ihren individuellen Facetten: Friede, Güte, Schutz, Versorgung, Effizienz, Kreativität, Weisheit, Treue und Freude.

Wie also spricht die Gemeinde die einzelnen Bereiche an?

Die Mittel sind klar, oder so scheint es: Predigt, Lehre, Übungen, Anbetung, Gebet, Gemeinschaft, fliessen in den Geistesgaben.

Doch alle diese Mittel können verwendet werden, um Gerechtigkeit zu fördern oder zu fordern, Gnade zu spenden oder zu verlangen, und Weisheit zu bringen.

Wir finden alle drei Elemente im alten Testament. Doch der Schwerpunkt unserer Auslegung liegt auf der Gerechtigkeit: die Befolgung des Gesetzes.

Wohl wissen wir, dass David so ziemlich alle Gesetze gebrochen hat und auf die Gnade Gottes angewiesen war. Aber das ist oft eine Randnotiz.

Auch reduzieren wir die Weisheit auf das Führen eines geheiligten Lebens. Wiederum sehen wir das Thema durch die Brille der Gerechtigkeit.

Jesus hat uns gezeigt, dass wir den Himmel nicht durch Gerechtigkeit erlangen. Gerechtigkeit ist ein Geschenk. Unsere Aufgabe liegt darin, sie an andere weiterzugeben. Wie dies getan wird, zeigt uns das Gleichnis von dem Mann, der dem König ein Vermögen schuldete. Als ihm Gnade widerfuhr, sollte er diese weitergeben. Er aber bestand auf Gerechtigkeit.

Jesus zeigte uns, dass Gnade wesentlich mehr zählt als Gerechtigkeit. Eigentlich zeigte er uns, dass Gerechtigkeit in der Gnade liegt.

Doch was ist mit Weisheit? Weisheit zu erlangen ist ein Thema, das sich durch die ganze Bibel zieht. Weisheit ist der Strom, der vom Thronraum Gottes kommt. Weisheit ist der Ort, der Fluss, das Wasser, der Geist, an den wir jederzeit angeschlossen sein sollen, in dem wir baden und dem wir uns in vollem Vertrauen übergeben dürfen.

Weisheit hängt in der Bibel mit Erkenntnis und Wissen zusammen. Daher das Kopfzentrum. Daher aber auch die Wichtigkeit, zu lehren in der Gemeinde.

Dabei geht es nicht um die einmalige Wissensvermittlung und dann ständige Repetition, denn dann geben wir nur versteinertes Wissen weiter. Wissen soll immer durch Erkenntnis aus der Weisheit neu gewonnen werden. Wissen ist jeden morgen neu, genauso wie Gnade und Manna.

Dies ist schwierig für uns. Wir lieben es, uns sicher zu sein. Wir lieben das Bekannte, die Ordnung – Gerechtigkeit und Ordnung werden oft in eine enge Beziehung gebracht. Klare Gesetze und Massstäbe erlauben eine gerechte Beurteilung einer Situation oder Handlung. Schon die Gnade bricht hier ein und bringt ein chaotisches Element. Und jetzt sollen wir unser Wissen ständig überprüfen?

Nur im Chaos zu leben und jeden Tag alles zu vergessen funktioniert natürlich nicht. Wir sind auf eine gewisse Konstanz unseres Wissens angewiesen. Wie sollten wir sonst überhaupt verstehen, was wir lesen oder hören? Wir hätten keine Sprache und keine Referenzpunkte.

Und doch ist es unsere Aufgabe, zu lernen, zu wachsen. Eine gewisse Konfrontation mit dem Chaos ist notwendig. Dazu muss auch hinterfragt werden, was wir bereits wissen.

Aufgabe der Gemeinde ist es also nicht, Sicherheit um jeden Preis zu vermitteln. Jesus hat uns nicht gesagt, dass wir den Menschen einen sicheren Hafen bieten sollen, sondern dass wir sie zu Schülern und Studenten machen sollen.

Die hinterfragende und weiterführende Lehre, begleitet vom Gebet um Weisheit und Verständnis, eingebetet in der Gnade ist also ein wichtiger Bestandteil der Gemeinde.

Dieser wird oft vernachlässigt. Heute verkünden viele versteinertes Wissen. Unsere Bibelschulen lehren uns das Altbekannte. Doch wir sind in einer Zeit des Umbruchs.

Seit Jahren verkündigt Gott etwas Neues. Wir springen freudig darauf an, und machen weiter wie immer. Wir warten und erwarten, dass Gott das Neue tut, aber bitte innerhalb unseres alten Verständnisses und so, wie er es früher getan hat.

Die Gemeinde hat sich, je nach der Persönlichkeit ihres Leiters, auf einen von drei Punkten versteift, und streift die anderen nur als Diener des Hauptpunktes:

  • Gerechtigkeit braucht das notwendige Wissen um die zu befolgenden Gesetze und lässt zu Anfang eines Christenlebens Gnade zu.
  • Gnade weiss, dass wir gerecht gesprochen wurden und betont diese Teillehre.
  • Wissen ist versteinert und lehrt, dass die richtige Lehre zu Gerechtigkeit aus Gnade führen wird.

Das fluide Wissen, die Weisheit tut Not. Sie fehlt heute in den meisten Gemeinden. Sie ist das Abenteuer ins Ungewisse, zu dem Gott uns heute einlädt. Haben wir den Mut?

Beitrag veröffentlicht

in

von

Kommentare

0 Antworten zu „Elemente des Glaubens“

  1. Avatar von Marianne
    Marianne

    „Denn das sehnsüchtige Harren der Schöpfung wartet auf die Offenbarung der Söhne Gottes“. Röm.8/19, Elberfelder
    Wo sind sie, diese Söhne Gottes, gerecht gemacht worden durch den Kreuzestod Jesu Christi, in und aus seiner Gnade lebend Tag für Tag und aus dem Strom seiner Weisheit trinkend, ohne Unterlass? Söhne, die fähig sind, die Zeichen der Zeit zu erkennen, die das Herz Gottes schlagen hören und wissen, was Sein Verlangen ist? Denn wir brauchen kein neues Spielzeug, an dem wir uns eine Zeit lang erfreuen, wir brauchen Erneuerung. Erneuerung des Denkens, Erneuerung des Trachtens und Handelns im Sinne Gottes. Diese Arbeit braucht innere Arbeit:: Bin ich daran interessiert, meine Motivationen, mein Denken, mein Handeln unter die Lupe des Lichtes Gottes zu stellen? Brauche ich Selbsterneuerung ? Oder bin ich mit mir ganz zufrieden und denke, Gott ist es auch? Ja, er hat mich angenommen, ich bin seine Tochter , er liebt mich und er steht zu mir. Doch durfte er mich auch formen, sanft oder auch etwas fester seinen Weg führen, nicht meinen? Fragen, denen ich mich stellen muss, wenn ich wirklich Neues von Gott begehre. Bin ich bereit? Söhne und auch Töchter, die dieses Neue erhalten und schützen wollen, brauchen eine solche Zu- und Vorbereitung. Das bedeutet, sie sind da, denn diese Vorbereitungszeit ist nicht in kurzer Zeit zu haben. Sie kennen das Feuer, die Drangsal, den Mut, sie kennen aber auch das Seufzen, das Harren und das Üben. Sie müssen ein gewisses Mass an Reife erreicht haben, um diese Gabe des Neuen durch ihr Tun nicht zerbrechen zu lassen. Sie benötigen Weisheit, Gnade, Kraft aus der geschenkten Gerechtigkeit. Diese Söhne, nach der sich die ganze Schöpfung sehnt, dass sie erscheinen, sie hält Gott in seiner Hand verborgen. Er offenbart sie nach und nach. Sie sind Wegbereiter, Vorkämpfer. Sie sind treu, leben diese Treue seit vielen Jahren. Ihre Freude kommt aus der Beziehung, die sie zu Gott haben: sie ist absichtslos, rein, bricht auch in Trauer, ja sogar Verzweiflung überraschend wieder durch und siegt. Den Strom der Weisheit zu suchen, an ihm sich zu laben, von ihm sich tragen zu lassen, immer tiefer voll Vertrauen mit ihm eins zu werden, das bedeutet für diese Söhne und Töchter Leben. Dabei führen sie nicht selber sondern werden geführt. Damit sind sie voll einverstanden, denn sie wissen, dass nicht sie es sind, die Neues bewirken.
    Abhängig bleiben, vom Zeitpunkt und der Offenbarung Gottes durch Sein Handeln, das ist die verinnerlichte Leitlinie der reifen Söhne und Töchter Gottes.
    Er wird sich ihnen zuwenden und sie erhören. Zu seiner Zeit.